Wir sind die GWK

Die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst ist ein Zweckverband der Gemeinden Benken, Dachsen, Kleinandelfingen, Laufen-Uhwiesen, Marthalen und Trüllikon. Der Verband bezweckt die Sicherstellung der gemeinsamen Beschaffung von Wasser, dessen Verteilung und Speicherung für die angeschlossenen Gemeinden sowie die Zusammenarbeit mit Wasserversorgungen ausserhalb des Verbandsgebietes.

Die Organe des Zweckverbands sind:

Geschichte

Ein Glas Wasser bitte GWK (1948 - 1998)

Gründung


Die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst ist die erste, die nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde und gilt als Pionierleistung. Sie ist aus einer Notlage heraus entstanden. In den Jahren 1942/43 herrschte in vielen Gemeinden unseres Kantons enormer Wassermangel. Die Gegend der heutigen Verbandsgemeinden lit auch 1944 darunter. Die Trockenheit bildete sich im Verlauf des Sommers 1945 zur katastrophalen Dürre aus. Zur Linderung der Notlage wurde zum Wasser sparen aufgerufen, später gar eine Rationierung des Wassers eingeführt. Bei aller Not einen besseren Schrittmacher für die Sache der Gruppenwasserversorgung hätte die göttliche Vorsehung mit dem Jahr 1947 nicht geben können. Im Januar 1944 legte die Gebäudeversicherung ein generelles Projekt für den Bau einer Gruppenwasserversorgung vor. Die Beschaffung von Trink und Brauchwasser wird in einer gemeinsamen Lösung für die Dörfer LaufenUhwiesen, Dachsen, Benken, Marthalen und Rheinau angegangen. Nach verschieden Abklärungen, Sondierbohrungen, Begutachtungen und zum Schluss Wasserproben konnte ein geeigneter Standort für die Pumpanlage gefunden und mit der Detailplanung des Projekts begonnen werden. Im Frühjahr 1948 stimmen die Gemeinden Uhwiesen, Benken, Marthalen, Dachsen sowie die Zivilgemeinden Rudolfingen und Oerlingen der Krediteröffnungen zu. Die Gruppe organisierte sich in der lockeren Form der «Einfachen Gesellschaft» nach Art. 530ff des Obligationenrechts. Erst mit der regierungsrätlichen Aufforderung zur Bildung eines Zweckverbands gemäss Art. 7 des zürcherischen Gemeindegesetzes wurde die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst im Jahr 1988 in die heutige Rechtsform überführt.

Ausbau 1


Für das Projekt liegen am 23. Januar 1948 Detailpläne und Kostenberechnungen vor. Die gemeinsamen Anlagen umfassen:

  1. Filterbrunnen in Flurlingen sowie eine Druckleitung zum Ausgleichsreservoir Rebberg bei Uhwiesen
  2. Reservoir Rebberg in Uhwiesen
  3. Gravitationsleitung vom Rebberg zu den Reservoiranlagen Benken/Marthalen in der Schluecht
  4. Reservoir Mörlen
  5. Verbindungsleitung vom Reservoir Rebberg zum Reservoir Mörlen

Der Sommer 1949 zieht mit ähnlichen Voraussetzungen ins Land wie 1947. Im August werden vereinzelte, im September allgemeine Notrufe nach mehr Wasser laut. Aus eigener Kraft lässt sich keine Lösung finden, da die Sulzer-Pumpen für den Filterbrunnen in Flurlingen im günstigsten Fall Ende April 1950 zur Montage bereitstehen. Die Schweizerische Bindfadenfabrik erklärte sich gutwillig bereit, mit ihren Pumpenagregaten Wasser zu pumpen und dieses durch ihre Leitungen im Spiessen abzugeben. Im Klappenschacht Spiessen an der Landstrasse montierte die Gruppe provisorisch eine Sulzer-Pumpe, die technisch geeignet ist am endgültigen Standort im Reservoir Mörlen für die Gemeinde Uhwiesen Wasser zum Reservoir Rebberg zu fördern. Von ihr wird das «Bindiwasser» durch die neuverlegte Gussleitung dem Reservoir Rebberg zugepumpt.

Ende September strömt das Wasser erstmals in den Verteilbehälter im Rebberg und kann Uhwiesen und Dachsen versorgen. Ende November fliesst das kostbare Nass auch in die Reservoire Marthalen und Benken in der Schulecht. Bis zur Inbetriebnahme des eigenen Pumpwerkes in Flurlingen Ende Juli 1950 werden 92'035 Kubikmeter Wasser zu 9 Rappen von der Schweizerischen Bindfadenfabrik bezogen.

Ausbau 2


Die planerischen Träume der sechziger Jahre färben bis in die Dörfer des Weinlands ab. Dabei wird ein grosses Bevölkerungswachstum bis zum Jahre 2025 angenommen. Sicher ist, dass in Uhwiesen und Dachsen eine reale Zunahme der Bautätigkeit für Wohn- und Industriebauten einsetzt. Zudem nahm eine Grossüberbauung im Fleudenbühl in Marthalen konkrete Formen an. Um die stürmische Entwicklung auffangen zu können, wurde eine Studie über die Erweiterungsmöglichkeiten der Wasserversorgung im nördlichen Bezirksteil erstellt. Es wurde an einen zusätzlichen Wasserbezug aus Seewerben in Rheinau gedacht. Im Dezember 1953 wurde die Baukommission über die Gross-Bauvorhaben Kläranlage und Kraftwerk der Stadt Schaffhausen orientiert. Ein Bericht über die Grundwasserverhältnisse im Konzessionsgebiet des Kraftwerkes Schaffhausen kommt zur Schlussfolgerung, dass die Möglichkeit einer vorübergehenden Beeinträchtigung der bakteriologischen und hygienischen Eigenschaften des Grundwassers von Flurlingen durch die projektierte Baggerung an der Rheinsohle nicht ganz von der Handgewiesen werden kann. Eine vorsorgliche Bereitstellung von Installationen zur Sicherstellung der einwandfreien Wasserversorgung wird empfohlen. Die Konzessionserhöhung für Seewerben Rheinau wird erteilt. Der Bau wird derart gefördert, dass am 31. Dezember 1965 Wasser vom Filterbrunnen Seewerben zum Reservoir Rebberg Uhwiesen gepumpt werden kann.

 

Die Anlagen des Ausbau 2 umfassen:

 

  • Einbau von 2 Unterwasserpumpen im Fliterbrunnen Rheinau
  • Druckleitungen von Seewerben nach Bildacker Benken, vom Bildacker zum Reservoir Rebberg und vom Bildacker zum Reservoir Schluecht
  • Ablaufleitung von Schluecht-Marthalen zur Leitung Benken-Rudolfingen Marthalen
  • Ablaufleitung vom Reservoir Rebberg nach Mörlen Dachsen
  • Anschlussleitung zum Pumpwerk Guggeren-Golleter
  • Anschlussleitung Reservoir Rebberg zur Gemeinde Flurlingen/Bindi
  • Kabel- und Steuerungsanlagen
  • Erweiterung der Reservoiranlagen Rebberg und Schluecht um je 1000 Kubikmeter Inhalt

 

Detailliertere Angaben zur Geschichte der Gruppenwasserversorgung sind der Jubiläumsbroschüre «40 Jahre Gruppenwasserversorgung Kohlfirst» aus dem Jahr 1988 zu entnehmen.

Ausbauten 1971 bis 1991


Nach dem 2. Ausbau in den Jahren 1965 bis 1968 sind für die Gruppenwasserversorgung noch nachstehende Arbeiten ausgeführt worden:

1971: Leitungs- und Kabelumlegung in der Staatsstrasse Rheinau - Benken bei der Unterführung der SBB-Linie Marthalen - Dachsen

1974: Leitungs- und Kabelumlegung beim Schulhaus Flurlingen

1980 - 1982:

  • Ausbau der Fernsteuerungsanlage
  • Betriebsschaubild in der Betriebswarte Benken
  • Fernmeldung aller Wasserzählerstände in die Betriebswarte

1986: Sanierung der Lüftungseinrichtungen im Reservoir Rebberg

1987: Leitungs- und Kabelumlegung beim Hof Schurter in Benken

1988: Sanierung der Lüfungseinrichtungen im Reservoir Schluecht

1990 - 1991: Einbau einer Druckstossdämpfungsanlage im Grundwasserpumpwerk Seewerben

1991: Neue Wasserstandsmessungen in der Reservoiranlage Schluecht

Ausbau 1995


Beim Einbau der Druckstossdämpfungsanlage im Grundwasserpumpwerk Seewerben im Jahre 1991 zeigte sich, dass die Übertragungseinrichtungen für die Fernsteuerung nicht merh einwandfrei funktionierten. Für die alten Batterien zur Tonfrequenzanlage waren keine Ersatzteile mehr vorhanden, so dass eine neue Notstromversorgung mit Speise- und Ladegerät sowie einer Blei-Akkumulatoren-Batterie eingebaut werden musste. Bei der Sanierung der Reservoiranlage Schluecht wurden im Jahre 1991 anstelle der alten Wasserstandsmessungen mit Schwimmern für die Reservoirkammern Benken und Marthalen neue, moderne Druckaufnehmer mit Messumwandlern eingebaut. Auch hier musste anstelle der alten Trockenbatterien eine neue Notstromversorgung mit Akkumulatoren-Batterie eingebaut werden, da keine Ersatzbatterien mehr geliefert werden konnten.

Aufgrund dieser Vorkommnisse wurde das Alter der Fernsteuerungseinrichtung wie folgt ermittelt:

1. Ausbau 1949 - 1953

Pumpwerk Flurlingen

Reservoir Rebberg

Steuerungsanlage und Kabelanlage

Alter: 42 Jahre


2. Ausbau 1965 - 1968

Pumpwerk Seewerben

Reservoir Rebberg

Reservoir Schluecht

Reservoir Mörlen

Reservoir Dachsen

Betreibswarte Benken, Uhwiesen, Dachsen und Marthalen

Steuerungsanlage und Kabelanlage

Alter: 26 Jahre


Ausbau 1980

Betriebswarte Benken mit Betriebsschaubild

(Blindschema) und Verbrauchsmessung, Anpassungen in den Aussenobjekten

Steuerungsanlage

Alter: 12 Jahre


Für die 26 Jahre und älteren Einrichtungen waren keine Ersatzteile mehr vorhanden. Änderungen und Ergänzungen an den alten Einrichtungen wurden deshalb verunmöglicht. Der Service für diese alten Einrichtungen war in Zukunft ebenfalls nicht mehr gewährleistet. Auch Fernwirkanlagen, wie Tonfrequenz und erste Generation RIDAT waren technisch vollständig überholt und konnten nicht mehr ausgebaut werden. Das Konzept der komplizierten Steuerungsanlage für die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst musste überprüft werden. Alle Einrichtungen waren auf den neusten Stand zu bringen. Beide Bohrlochpumpen aus dem Jahre 1950 im Grundwasserpumpwerk Flurlingen waren bereits 42 Jahre alt und erbrachten die gewünschte Fördermenge nicht mehr. Die Pumpen mussten durch neue Aggregate ersetzt werden. Gleichzeitig musste das Pumpenhaus saniert, und die elektrische Ausrüstung auf den neusten Stand gebracht werden.

Im Frühjahr 1993 stimmten die Bewohner der Verbandsgemeinden dem Projekt „Ausbau 95“ zu und bewilligten einen Baukredit von Fr. 2‘540‘000.00. Das Projekt umfasste den Ausbau der Fernsteuerungsanlage und Renovation der Bauwerke sowie neue Pumpen im Grundwasserpumpwerk Flurlingen.

Mit dem „Ausbau 95“ sind die Anlagen der Gruppenwasserversorgung Kohlfirst in einem modernen, den damaligen Anforderungen entsprechenden Zustand versetzt worden. Die ganze Anlage wir nur noch von der Betriebswarte in Benken ausgesteuert und überwacht. Aus den Grundwasserpumpwerken Flurlingen und Seewerben konnte die Gruppenwasserversorgung jederzeit genügend und qualitativ gutes Trink- und Brauchwasser beziehen. Mit dem abgeschlossenen „Ausbau 95“ sind die Anlagen technisch auf den mordernsten Stand gebracht worden. Die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst wird wieder für viele Jahre die angeschlossenen Gemeinden mit genügend und gutem Wasser versorgen können.

Ausbau 2. Standbein


Der Kanton Zürich hat im Jahr 2010 die «Richtlinien für die Erstellung von generellen Wasserversorgungsprojekten» erlassen. Darin legt er die Sicherstellung der Wasserbeschaffung durch mindestens zwei voneinander unabhängige Einspeisungen (zweites Standbein) fest. Die beiden Gruppenwasserversorgungen Kohlfirst (GWK) und Thurtal-Andelfingen (GWVTA) beabsichtigen, das erforderliche zweite Standbein sich gegenseitig mit einem Zusammenschluss der bei-den Versorgungsgebieten zu ermöglichen. Damit werden Versorgungssicherheit und Flexibilität beider Wasserversorgungen erhöht und die Bevölkerung profitiert von einer zuverlässigen Trinkwasserversorgung über die nächsten Jahrzehnte.

 

Für die GWK ist dieses Projekt notwendig, weil aus bundesrechtlichen Gründen die Konzession des bisherigen zweiten Standbeins, Pumpwerk Flurlingen, nicht erneuert wird. Neben der Versorgungssicherheit wird mit diesem Projekt das Versorgungsnetz der GWK grösstenteils auf den neusten Stand gebracht.

 

Die Nutzungsdauer dieser Investitionen beläuft sich auf über 50 Jahren, weshalb von einem Generationenprojekt gesprochen werden kann. Wir profitieren heute von den grossen Investitionen, welche vor über 50 Jahren durch unsere Vorfahren getätigt wurden.

 

Das Projekt ist mit dem Kanton Zürich abgestimmt. Mit einer Absichtserklärung hat der Kanton Zürich Subventionsbeiträge von rund Fr.5,6 Mio. Franken an die Investitionen in Aussicht gestellt.

 

Die Stimmberechtigten der Verbandsgemeinden beider Wasserversorgungen haben dem Projekt anlässlich der Urnenabstimmung vom 28. November 2011 zugestimmt. Die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst GWK genehmigte dafür einen Bruttokredit von Fr. 13'774'830 inkl. MWST. Die Gruppenwasserversorgung Thurtal-Andelfingen genehmigte einen Bruttokredit von Fr. 7'075'890 inkl. MWST.

 

Das Projekt befindet sich derzeit in der Bauphase, weitere Informationen dazu finden Sie unter Aktuell

Unsere Anlagen

GWK Betriebswarte Benken

Grundwasser-Pumpwerk Flurlingen

Reservoir Rebberg Uhwiesen

Reservoir Mörlen Uhwiesen

Grundwasser-Pumpwerk Seewerben Rheinau

Reservoir Schluecht Benken

Abgabeschacht Seeben in Marthalen