Wir sind die GWK
Die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst ist ein Zweckverband der Gemeinden Benken, Dachsen, Kleinandelfingen, Laufen-Uhwiesen, Marthalen und Trüllikon. Der Verband bezweckt die Sicherstellung der gemeinsamen Beschaffung von Wasser, dessen Verteilung und Speicherung für die angeschlossenen Gemeinden sowie die Zusammenarbeit mit Wasserversorgungen ausserhalb des Verbandsgebietes.
Die Organe des Zweckverbands sind:
- die Stimmberechtigten des Verbandsgebiets
- die Verbandsgemeinden
- die Delegiertenversammlung
- der Verbandsvorstand
- die Rechnungsprüfungskommission
Geschichte
Ein Glas Wasser bitte GWK (1948 - 1998)
Gründung
Ausbau 1
- Filterbrunnen in Flurlingen sowie eine Druckleitung zum Ausgleichsreservoir Rebberg bei Uhwiesen
- Reservoir Rebberg in Uhwiesen
- Gravitationsleitung vom Rebberg zu den Reservoiranlagen Benken/Marthalen in der Schluecht
- Reservoir Mörlen
- Verbindungsleitung vom Reservoir Rebberg zum Reservoir Mörlen
Der Sommer 1949 zieht mit ähnlichen Voraussetzungen ins Land wie 1947. Im August werden vereinzelte, im September allgemeine Notrufe nach mehr Wasser laut. Aus eigener Kraft lässt sich keine Lösung finden, da die Sulzer-Pumpen für den Filterbrunnen in Flurlingen im günstigsten Fall Ende April 1950 zur Montage bereitstehen. Die Schweizerische Bindfadenfabrik erklärte sich gutwillig bereit, mit ihren Pumpenagregaten Wasser zu pumpen und dieses durch ihre Leitungen im Spiessen abzugeben. Im Klappenschacht Spiessen an der Landstrasse montierte die Gruppe provisorisch eine Sulzer-Pumpe, die technisch geeignet ist am endgültigen Standort im Reservoir Mörlen für die Gemeinde Uhwiesen Wasser zum Reservoir Rebberg zu fördern. Von ihr wird das «Bindiwasser» durch die neuverlegte Gussleitung dem Reservoir Rebberg zugepumpt.
Ende September strömt das Wasser erstmals in den Verteilbehälter im Rebberg und kann Uhwiesen und Dachsen versorgen. Ende November fliesst das kostbare Nass auch in die Reservoire Marthalen und Benken in der Schulecht. Bis zur Inbetriebnahme des eigenen Pumpwerkes in Flurlingen Ende Juli 1950 werden 92'035 Kubikmeter Wasser zu 9 Rappen von der Schweizerischen Bindfadenfabrik bezogen.
Ausbau 2
Die planerischen Träume der sechziger Jahre färben bis in die Dörfer des Weinlands ab. Dabei wird ein grosses Bevölkerungswachstum bis zum Jahre 2025 angenommen. Sicher ist, dass in Uhwiesen und Dachsen eine reale Zunahme der Bautätigkeit für Wohn- und Industriebauten einsetzt. Zudem nahm eine Grossüberbauung im Fleudenbühl in Marthalen konkrete Formen an. Um die stürmische Entwicklung auffangen zu können, wurde eine Studie über die Erweiterungsmöglichkeiten der Wasserversorgung im nördlichen Bezirksteil erstellt. Es wurde an einen zusätzlichen Wasserbezug aus Seewerben in Rheinau gedacht. Im Dezember 1953 wurde die Baukommission über die Gross-Bauvorhaben Kläranlage und Kraftwerk der Stadt Schaffhausen orientiert. Ein Bericht über die Grundwasserverhältnisse im Konzessionsgebiet des Kraftwerkes Schaffhausen kommt zur Schlussfolgerung, dass die Möglichkeit einer vorübergehenden Beeinträchtigung der bakteriologischen und hygienischen Eigenschaften des Grundwassers von Flurlingen durch die projektierte Baggerung an der Rheinsohle nicht ganz von der Handgewiesen werden kann. Eine vorsorgliche Bereitstellung von Installationen zur Sicherstellung der einwandfreien Wasserversorgung wird empfohlen. Die Konzessionserhöhung für Seewerben Rheinau wird erteilt. Der Bau wird derart gefördert, dass am 31. Dezember 1965 Wasser vom Filterbrunnen Seewerben zum Reservoir Rebberg Uhwiesen gepumpt werden kann.
Die Anlagen des Ausbau 2 umfassen:
- Einbau von 2 Unterwasserpumpen im Fliterbrunnen Rheinau
- Druckleitungen von Seewerben nach Bildacker Benken, vom Bildacker zum Reservoir Rebberg und vom Bildacker zum Reservoir Schluecht
- Ablaufleitung von Schluecht-Marthalen zur Leitung Benken-Rudolfingen Marthalen
- Ablaufleitung vom Reservoir Rebberg nach Mörlen Dachsen
- Anschlussleitung zum Pumpwerk Guggeren-Golleter
- Anschlussleitung Reservoir Rebberg zur Gemeinde Flurlingen/Bindi
- Kabel- und Steuerungsanlagen
- Erweiterung der Reservoiranlagen Rebberg und Schluecht um je 1000 Kubikmeter Inhalt
Detailliertere Angaben zur Geschichte der Gruppenwasserversorgung sind der Jubiläumsbroschüre «40 Jahre Gruppenwasserversorgung Kohlfirst» aus dem Jahr 1988 zu entnehmen.
Ausbauten 1971 bis 1991
Nach dem 2. Ausbau in den Jahren 1965 bis 1968 sind für die Gruppenwasserversorgung noch nachstehende Arbeiten ausgeführt worden:
1971:
Leitungs- und Kabelumlegung in der Staatsstrasse Rheinau - Benken bei der Unterführung der SBB-Linie Marthalen - Dachsen1974:
Leitungs- und Kabelumlegung beim Schulhaus Flurlingen1980 - 1982:
- Ausbau der Fernsteuerungsanlage
- Betriebsschaubild in der Betriebswarte Benken
- Fernmeldung aller Wasserzählerstände in die Betriebswarte
1986:
Sanierung der Lüftungseinrichtungen im Reservoir Rebberg1987:
Leitungs- und Kabelumlegung beim Hof Schurter in Benken1988:
Sanierung der Lüfungseinrichtungen im Reservoir Schluecht1990 - 1991:
Einbau einer Druckstossdämpfungsanlage im Grundwasserpumpwerk Seewerben1991:
Neue Wasserstandsmessungen in der Reservoiranlage SchluechtAusbau 1995
Beim Einbau der Druckstossdämpfungsanlage im Grundwasserpumpwerk Seewerben im Jahre 1991 zeigte sich, dass die Übertragungseinrichtungen für die Fernsteuerung nicht merh einwandfrei funktionierten. Für die alten Batterien zur Tonfrequenzanlage waren keine Ersatzteile mehr vorhanden, so dass eine neue Notstromversorgung mit Speise- und Ladegerät sowie einer Blei-Akkumulatoren-Batterie eingebaut werden musste. Bei der Sanierung der Reservoiranlage Schluecht wurden im Jahre 1991 anstelle der alten Wasserstandsmessungen mit Schwimmern für die Reservoirkammern Benken und Marthalen neue, moderne Druckaufnehmer mit Messumwandlern eingebaut. Auch hier musste anstelle der alten Trockenbatterien eine neue Notstromversorgung mit Akkumulatoren-Batterie eingebaut werden, da keine Ersatzbatterien mehr geliefert werden konnten.
Aufgrund dieser Vorkommnisse wurde das Alter der Fernsteuerungseinrichtung wie folgt ermittelt:
1. Ausbau 1949 - 1953Pumpwerk Flurlingen
Reservoir Rebberg
Steuerungsanlage und Kabelanlage
Alter: 42 Jahre
2. Ausbau 1965 - 1968Pumpwerk Seewerben
Reservoir Rebberg
Reservoir Schluecht
Reservoir Mörlen
Reservoir Dachsen
Betreibswarte Benken, Uhwiesen, Dachsen und Marthalen
Steuerungsanlage und Kabelanlage
Alter: 26 Jahre
Ausbau 1980Betriebswarte Benken mit Betriebsschaubild
(Blindschema) und Verbrauchsmessung, Anpassungen in den Aussenobjekten
Steuerungsanlage
Alter: 12 Jahre
Für die 26 Jahre und älteren Einrichtungen waren keine Ersatzteile mehr vorhanden. Änderungen und Ergänzungen an den alten Einrichtungen wurden deshalb verunmöglicht. Der Service für diese alten Einrichtungen war in Zukunft ebenfalls nicht mehr gewährleistet. Auch Fernwirkanlagen, wie Tonfrequenz und erste Generation RIDAT waren technisch vollständig überholt und konnten nicht mehr ausgebaut werden. Das Konzept der komplizierten Steuerungsanlage für die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst musste überprüft werden. Alle Einrichtungen waren auf den neusten Stand zu bringen. Beide Bohrlochpumpen aus dem Jahre 1950 im Grundwasserpumpwerk Flurlingen waren bereits 42 Jahre alt und erbrachten die gewünschte Fördermenge nicht mehr. Die Pumpen mussten durch neue Aggregate ersetzt werden. Gleichzeitig musste das Pumpenhaus saniert, und die elektrische Ausrüstung auf den neusten Stand gebracht werden.
Im Frühjahr 1993 stimmten die Bewohner der Verbandsgemeinden dem Projekt „Ausbau 95“ zu und bewilligten einen Baukredit von Fr. 2‘540‘000.00. Das Projekt umfasste den Ausbau der Fernsteuerungsanlage und Renovation der Bauwerke sowie neue Pumpen im Grundwasserpumpwerk Flurlingen.
Mit dem „Ausbau 95“ sind die Anlagen der Gruppenwasserversorgung Kohlfirst in einem modernen, den damaligen Anforderungen entsprechenden Zustand versetzt worden. Die ganze Anlage wir nur noch von der Betriebswarte in Benken ausgesteuert und überwacht. Aus den Grundwasserpumpwerken Flurlingen und Seewerben konnte die Gruppenwasserversorgung jederzeit genügend und qualitativ gutes Trink- und Brauchwasser beziehen. Mit dem abgeschlossenen „Ausbau 95“ sind die Anlagen technisch auf den mordernsten Stand gebracht worden. Die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst wird wieder für viele Jahre die angeschlossenen Gemeinden mit genügend und gutem Wasser versorgen können.
Ausbau 2. Standbein
Für die GWK ist dieses Projekt notwendig, weil aus bundesrechtlichen Gründen die Konzession des bisherigen zweiten Standbeins, Pumpwerk Flurlingen, nicht erneuert wird. Neben der Versorgungssicherheit wird mit diesem Projekt das Versorgungsnetz der GWK grösstenteils auf den neusten Stand gebracht.
Die Nutzungsdauer dieser Investitionen beläuft sich auf über 50 Jahren, weshalb von einem Generationenprojekt gesprochen werden kann. Wir profitieren heute von den grossen Investitionen, welche vor über 50 Jahren durch unsere Vorfahren getätigt wurden.
Das Projekt ist mit dem Kanton Zürich abgestimmt. Mit einer Absichtserklärung hat der Kanton Zürich Subventionsbeiträge von rund Fr.5,6 Mio. Franken an die Investitionen in Aussicht gestellt.
Die Stimmberechtigten der Verbandsgemeinden beider Wasserversorgungen haben dem Projekt anlässlich der Urnenabstimmung vom 28. November 2011 zugestimmt. Die Gruppenwasserversorgung Kohlfirst GWK genehmigte dafür einen Bruttokredit von Fr. 13'774'830 inkl. MWST. Die Gruppenwasserversorgung Thurtal-Andelfingen genehmigte einen Bruttokredit von Fr. 7'075'890 inkl. MWST.
Das Projekt befindet sich derzeit in der Bauphase, weitere Informationen dazu finden Sie unter Aktuell